So sind die neuen Freiwilligen!

Heute ist ein besonderer Tag für die Freiwilligenarbeit in der Schweiz! Das Gottlieb Duttweiler Institut GDI präsentiert die Studie „Die neuen Freiwilligen“ und die Medien berichten intensiv darüber.

Die lesenswerte und attraktiv geschriebene Studie "die neuen Freiwilligen" kann kostenlos runtergeladen werden. Der Geschäftsleiter von benevol Schweiz, Thomas Hauser, ist davon überzeugt, dass die Studie das Bewusstsein der Zivilgesellschaft stärkt und viel Aufklärung hinsichtlich des Zusammenspiels der Kräfte Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft bringt. Und sie macht Mut, sich zu engagieren.

Einige Punkte aus der Studie:

  • Die Bedeutung des freiwilligen Engagements ist unbestritten und eigentlich kein Thema mehr: Es gibt keinen Lebensbereich in der Schweiz, der nicht massgeblich von Freiwilligen, Vereins- und Milizarbeit geprägt ist
  • Viele Leistungen, die ursprünglich durch die Zivilgesellschaft erbracht wurden, werden heute selbstverständlich durch die öffentliche Hand erbracht
  • Die Zivilgesellschaft ist die Avantgarde: Dort wird zuerst experimentiert - wenn die Projekte reif sind, tritt der Markt ein und werden anschliessend durch den Staat reguliert
  • Freiwilliges Verhalten ist geleitet von Autonomie, sozialer Eingebundenheit und Wirksamkeit
  • Damit Engagement in der Zivilgesellschaft entstehen kann, sind Freiräume notwendig
  • Der Staat soll der Zivilgesellschaft mehr vertrauen. Regulierungen verhindern Engagement
  • Neue Freiräume entstehen auch durch Open Source/Überwindung von Knappheit. Dörfer, die verlassen werden. Mehr Zeit. Mehr Vertrauen (Uber, Airbnb)
  • Paradox: Individualisierung findet statt, aber Sinngebung ist nur im Kollektiv erlebbar. Das führt zu mehr unverbindlicheren und zeitlich befristeten Engagements
  • Moderne Freiwilligenarbeit geht nicht ohne Partizipation: Sinnhaftigkeit entsteht, wenn das Individuum das Gefühl hat, den Unterschied zu machen
  • New Public Management, das den Bürger als Kunde behandelt, verhindert Engagement und Partizipation
  • Viele Menschen engagieren sich nicht, weil sie nicht wissen, wo. Diese Erkenntnis steigert die Bedeutung von Vermittlungsplattformen wie benevol-jobs.ch – die Studie gibt einen sehr guten Überblick über vorhandene Plattformen
  • Menschen wollen gefragt werden, ob sie Freiwilligenarbeit leisten möchten
  • Die Digitalisierung ermöglicht viel mehr Partizipation als dies je zuvor möglich gewesen wäre…
  • Was ist die nächste grosse Vision, nachdem Konservativismus (1968), Sozialismus (1989) und Liberalismus (2008) „gescheitert“ sind?
  • In Ländern mit ausgeprägten Sozialleistungen engagieren sich mehr Menschen freiwillig

 

Artikel zum Thema:
Was brauchen die Freiwilligen der Zukunft? - SRF 1 Treffpunkt
Die neue Freiwilligenarbeit - Migros Magazin
Die neuen Freiwilligen - Tagesanzeiger
Neue Freiwillige wollen mitdenken und mitgestalten - Aargauer Zeitung
Um die Freiwilligenarbeit steht es gar nicht so schlecht wie wir meinen - Neue Zürcher Zeitung
Die Freiwilligenarbeit verändert sich, Wikipedia statt Männerchor - Luzerner Zeitung