Trauen wir älteren Menschen eine inspirierende Zukunft zu!

Inspirierende Zukunft im Alter? Nicht unbedingt ein Bild, das wir üblicherweise in den Köpfen haben. Leider. Die Koordinationsgruppe Alter Aarau organisierte am Samstag, 16. Juni 2018 einen Anlass, der genau dies zum Thema hatte. Angelica Cavegn Leitner, Stadträtin und Ressortinhaberin Alter, begrüsste die Gäste im Namen der Stadt Aarau.

Zum Einstieg hielt der Gerontologe Dr. Urs Kalbermatten ein Referat, das eine seiner zentralen Botschaften direkt veranschaulichte: Begeisterung ist ansteckend! Sein fulminantes Plädoyer für einen neuen Umgang mit älteren Menschen fand nickenden, lachenden, teilweise euphorischen Anklang. Es sei falsch, den Blick bei Älteren immer nur auf die Vergangenheit und allenfalls noch auf die Gegenwart zu richten, sagt er. Auch älteren Menschen müsse eine Zukunft zugestanden werden, bis zum letzten Tag. Und zwar sei es essentiell, diese mit den Betroffenen gemeinsam zu gestalten. Es reiche nicht, sie einfach "zu beschäftigen". Ein bis ins hohe Alter inspiriertes Leben habe sowohl positive Auswirkungen auf die Gesundheit, als eben auch auf den jeweiligen persönlichen Umgang mit schwindender Kraft und Gebrechen. Nicht alle schaffen das aus eigenem Antrieb. Darum sind die Institutionen und die Politik aufgefordert, an Strukturen und Umgebungen mitzuwirken, die zur Verwirklichung dieser Vision beitragen.

Während Urs Kalbermatten die aktive Suche nach einer inspirierenden Lebensweise im Fokus hatte, war der Clown Pello im zweiten Programmpunkt für die poetischen Zwischentöne und lauten Lacher verantwortlich. Mit liebenswürdig schlauem Humor zeigte er dem Publikum auf, wie wenig es bisweilen braucht, um Menschen zum Schmunzeln zu bringen. (www.pello.ch)

Um Inspiration über Generationengrenzen hinweg ging es im letzten Teil. Jeannine Hersche und Sebastian Münkel vom Jugendrotkreuz Aargau wurden zu ihrem freiwilligen Engagement im Altersheim Küttigen interviewt. Die beiden Freiwilligen besuchen einmal im Monat Bewohnerinnen und Bewohner und begleiten sie auf Ausflügen. Diese gemeinsamen Tätigkeiten seien für die Personen aus den unterschiedlichen Lebenswelten sehr bereichernd. (http://www.srk-aargau.ch/altersheimbesuche-fw)

Christoph Grathwohl leitete das Publikum als Moderator durch den Morgen. Für die musikalischen Übergänge war der Pianist Johannes Fankhauser verantwortlich, er liess die Zuschauer während seiner gekonnten Improvisationen durchatmen. Das Gemeinschaftszentrum Telli mit drei freiwilligen Helferinnen servierte den Gästen Speckzopf, Kaffee und Kuchen.

Der Anlass wurde von der Koordinationsgruppe Alter Aarau organisiert. Diese Vernetzungsgruppe besteht aus Institutionen und Organisationen, die im Bereich des dritten und vierten Lebensabschnittes im Raum Aarau tätig sind. Die Koordinationsgruppe trifft sich zweimal jährlich, um sich auszutauschen und die Angebote der anderen zu kennen. Ein kleiner Ausschuss -  heuer bestehend aus Verantwortlichen des Roten Kreuzes Aargau, von Benevol Aargau und FORÄRA,  der Spitex Stadt und Land, der Reformierten Kirchgemeinde Aarau sowie der Sektion Gesellschaft Stadt Aarau - organisierte die Veranstaltung «Zukunft Alter inspiriert». Im Foyer des Kultur- und Kongresshauses Aarau waren die Organisationen der Koordinationsgruppe Alter mit Infotischen vertreten. Die Besucherinnen und Besucher hatten so die Gelegenheit, die Angebote kennenzulernen und direkt mit den betreffenden Organisationen zu sprechen. Sowohl vor als auch nach den Beiträgen fand ein angeregter Austausch statt. Der Saal war mit rund 120 Gästen bis auf den letzten Platz besetzt.

Allen, die diesen Anlass möglich gemacht haben, soll hier noch einmal herzlich gedankt sein!

20. Juni 2018/ Sektion Gesellschaft (asp)