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Jugendliche in der Freiwilligenarbeit - im Wandel der Zeit

Der Freiwilligen-Monitor vermittelt aktuelle Zahlen über das Engagement der Schweizerinnen und Schweizer. 2016 erschien die neueste Ausgabe, die nun mit drei Spezialauswertungen ergänzt wurde. Neben dem Vereins- und dem Kultur-, auch der Generationen-Monitor. Eines fällt im Monitor wie auch in der Spezialausgabe auf: Die Jugendlichen in der Schweiz engagieren sich im Grunde genommen nicht weniger, nur woanders.

Der dritte Freiwilligen-Monitor lieferte bereits 2016 wertvolle Hintergrundinformationen zur Freiwilligenarbeit in der Schweiz. Die neuen Zahlen rückte sie auch in den Medien in den Fokus der Öffentlichkeit: "Weniger freiwillig Engagierte". Vertieften Einblick erhielten Interessierte über das freiwillige Engagement von jungen Erwachsenen und von Menschen mit Migrationshintergrund. Nun gibt es Nachschub: Dank dem Migros-Kulturprozent sind Auswertungen des Freiwilligen-Monitors für spezifische Interessen erhältlich. Der Vereins-, der Kultur- und der Generationen-Monitor erlauben einen noch tieferen Blick in die Schweizer Freiwilligen-Landschaft.

Die Jugend in Vereinen

Der Generationen-Monitor beleuchtet die Unterschiede im freiwilligen Engagement zwischen verschiedenen Altersgruppen. Er kommt für benevol Aargau wie gerufen, widmen wir die im Juni 2017 erscheinende Ausgabe der benevol Nachrichten doch den Jugendlichen in der Freiwilligenarbeit.

Wir nehmen jugendliches Engagement unter die Lupe und erhalten Einblick in das Projekt „WIR REDEN MIT!“ von Plan International Schweiz und der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (SAJV). Bis 2018 wollen sie Vereinen einen umfassenden Leitfaden bieten, der ihnen hilft, geeignete Beteiligungsformen für Jugendliche zu schaffen. Das Projekt "WIR REDEN MIT!" will dem Befund des Freiwilligen-Monitors entgegenwirken und wieder vermehrt Jugendliche für die formelle Freiwilligenarbeit, also für Freiwilligenarbeit in Vereins- oder Organisationsstrukturen, gewinnen. Vereine mit vorbildlicher Jugendpartizipation dürfen sich noch immer gerne beim Projekt anschliessen.  

Online Top 

Ein ganz anderes Bild als in der formellen Freiwilligenarbeit zeigt sich beim Online-Volunteering. Laut Generationen-Monitor beinhaltet freiwilliges Engagement im Internet die Gründung/Moderation von Facebook-Gruppen, die Administration einer Vereins-Webseite oder das Verfassen von Wikipedia-Einträgen. Solche Aufgaben sind in der jüngsten Alterskategorie am stärksten ausgeprägt. Mit 40 Prozent ist der Anteil der Online-Freiwilligen zwischen 15 und 34 Jahren mehr als doppelt so hoch wie bei den über 34jährigen

Doch Hoffnung naht: Eine Untersuchung des Deutschen Freiwilligen-Surveys zeigte, dass eine verstärkte Internetnutzung keinen Einfluss auf die realweltliche Engagement-Bereitschaft junger Menschen habe. Eine weitere Studie, dieses Mal eine kanadische, kam zu folgendem Schluss: Eine Mehrheit politisch aktiver Studentinnen und Studenten war sowohl im Internet als auch in der realen Welt aktiv - das eine schliesse das andere also nicht aus.

Mittel zum Zweck

Häufig werde das Internet, schreiben die Expertinnen und Experten im Monitor, als zweckmässiges Hilfsmittel beschrieben, das für zivilgesellschaftliches Engagement so selbstverständlich wie auch unerlässlich sei und insbesondere jungen Menschen als Ort des Austausches dient.

Das freiwillige Engagement junger Erwachsener

Junge Erwachsene zwischen 15 und 34 Jahren, als Vertreter der sogenannten Generation Y, unterscheiden sich in ihrem freiwilligen Engagement von Personen, die 35 Jahre und älter sind.

Einerseits zeichnen sich junge Erwachsene durch eine geringere Beteiligung an konventionellen realweltlichen Formen von Freiwilligkeit aus. Sie engagieren sich nicht nur weniger formell und informell freiwillig, sondern spenden auch signifikant seltener als ältere Generationen.

Andererseits nimmt jedoch die online Freiwilligkeit unter der jungen Generation einen hohen Stellenwert ein und ist mehr als doppelt so verbreitet wie unter den älteren Erwachsenen.

Dabei legen die vorliegenden Auswertungen des Freiwilligenmonitors aber nahe, dass das Internet die unbezahlten Tätigkeiten nicht unbedingt von der realweltlichen Arena in die Sphäre des Internets verlagert. Vielmehr kombiniert jeder dritte junge Erwachsene seine online Freiwilligkeit mit  einem  realweltlichen  Engagement. 

Junge  wie  ältere  Erwachsene engagieren sich sowohl aus altruistischen wie auch aus selbstbezogenen Gründen freiwillig. Freilich gewichten die 15- bis 34-Jährigen Aspekte, die das freiwillige Engagement mit Qualifikation, Weiterbildungen und persönlichen Bereicherungen verbinden, wesentlich höher als die über 34-jährigen Freiwilligen. Mögliche Massnahmen zur Förderung des freiwilligen Engagements junger Erwachsener sollten deshalb insbesondere den persönlichen Nutzen eines Engagements betonen und sichtbar machen.