Anlässe

Benevol Lunch vom 04.11.2021 im Hospiz Zentralschweiz

Nach langem, durch Corona bedingtem Verzicht, nahmen 14 interessierte Mitglieder von benevol Luzern am ersten benevol Lunch des Jahres teil. Herzlich willkommen geheissen durch Frau Dr. med. Sibylle Jean-Petit-Matile, Ärztin im Hospiz und Geschäftsleiterin der Stiftung Hospiz Zentralschweiz, führte sie die Teilnehmenden mit viel Engagement und feinfühligen Worten durch die Geschichte und das Haus Hospiz Zentralschweiz.

Das ehemalige Doktor-Haus wurde von Josef Gasser nach Vorbild der Architektur von Frank Lloyd Wright erbaut und hat nach Umbau und Anbau den ursprünglichen Charme behalten. Die Räume strahlen eine Offenheit und trotzdem eine Geborgenheit aus, die den gewollten Eindruck von «fast wie zuhause» unterstreichen. Der Spatenstich zur Renovation erfolgte im September 2018 und am 6. Januar 2020 konnten die ersten Patienten aufgenommen werden.

Das Angebot der spezialisierten Palliativen Betreuung und Beratung steht allen Personen der Kantone Luzern, Ob- und Nidwalden, Uri, Zug und inneren Teile Schwyz zur Verfügung. Das Hospiz hat im Standortkanton Luzern seit 2017 den Pflegeheimstatus. 12 Zimmer stehen zur Verfügung, die immer häufiger benutzt werden. So wurden im Jahre 2020 80 und in diesem Jahr bereits 120 Menschen betreut.

In der Schweiz gibt es nebst dem Hospiz Zentralschweiz 3 weitere autonome Hospize, die zusammen mit hospizähnlichen Strukturen der Langzeitpflege und Hospizen in der Projektphase im «Dachverband Hospize Schweiz» vereint sind und jetzt laufend mit dem «Gütesiegel Hospize Schweiz» zertifiziert werden sollen.

Dem ausgebildeten Personal helfen rund 50 Freiwillige vor allem in der Ausführung von «Alltagsarbeiten». Die Freiwilligen werden durch Karin Klemm, Seelsorge, und Marie-Theres Habermacher, spiritual care, betreut. Nach einem ersten Gespräch, 2 Schnuppereinsätzen und 3 Einsätzen wird nach einem Standortgespräch eine Einsatzvereinbarung unterzeichnet. Die Freiwilligen arbeiten in der Regel 2mal monatlich. Die meisten haben einen Kurs von Caritas oder SRK besucht. Neu bietet das Hospiz ab Frühling 2022 einen eigenen Zertifikats-Kurs an. Die Freiwilligen werden täglich in 5 «Arbeitsschichten» eingeteilt.

Unter den sehr engagierten Freiwilligen finden sich RentnerInnen, aber auch Personen, die noch im Berufsleben stehen.

Die Pflegeleistungen des Hospizes werden wie in jedem Pflegeheim über die Krankenkassen und die Wohngemeinden finanziert. Den personellen Mehraufwand des Hospizes sowie alle in der spezialisierten Palliative Care geforderten Leistungen müssen mit Spendengeldern finanziert werden. Die öffentliche Hand beteiligt sich bis anhin nicht daran. Auch hier ist der Dachverband Hospize Schweiz politisch sehr aktiv, damit die Finanzierung anders geregelt werden kann.