Mitgliederanlässe

benevol Lunch vom 14.03.2023

Zu Gast in der Stiftung Der rote Faden, Luzern

Der erste benevol Lunch im 2023 führte die interessierten Mitglieder von benevol Luzern in die Stiftung Der rote Faden Luzern. Herzlich willkommen geheissen durch Frau Brigitta Karrer, Leiterin Tagesbetreuung, wurde den Teilnehmerinnen die Organisation und das Angebot der Stiftung vorgestellt.

Die Stiftung feiert dieses Jahr ihr 20jähriges Jubiläum. Sie ist heute eine gemeinnützige Stiftung und bietet: 

  • Individuelle, kostenlose Beratung von Angehörigen und Betreuenden von Menschen mit Demenz und anderen Ratsuchenden
  • Weiterbildungen und Informationen rund um das Thema Demenz mittels öffentlicher Referate, Seminare und Schulungen
  • Entlastung von Angehörigen und Betreuenden mit einer Tagesbetreuung für Menschen mit Demenz

Pro Tag unterstützen jeweils 2 Freiwillige die Fachpersonen und Lernenden bei Tätigkeiten wie spazieren gehen, Spielen, Singen sowie bei kleineren Haus- und Gartenarbeiten. Dieses freiwillige Engagement beinhaltet einen Einsatz von 4 Stunden wöchentlich oder vierzehntäglich. Sie werden von einer Fachperson der Tagesbetreuung in die Arbeit eingeführt und begleitet. Als Wertschätzung für ihr Engagement nehmen die Freiwilligen beim jährlichen Team-Essen sowie beim Team-Ausflug teil. Weiter werden sie einen halben Tag in den fachlichen Austausch integriert und können das hausinterne Seminar kostenlos besuchen. Um die Verfügbarkeit von 2 Freiwilligen pro Tag gewährleisten zu können, wird ein Pool von 15 bis 20 Freiwilligen bewirtschaftet.  

Das Haus versteht sich als Zwischenstation für Menschen mit Demenz, die noch zuhause gepflegt werden können. Sie bietet Tagesplätze für bis zu 14 Menschen, die 1 bis 6 Tage pro Woche dieses Angebot nutzen. Dadurch, dass die Klienten mit Fahrdiensten abgeholt und wieder nachhause gebracht werden, können pflegende Angehörige entlastet werden. Mit grosser Professionalität und viel Empathie wird individuell auf die Fähigkeiten und Bedürfnisse der Klienten während ihres Aufenthaltes eingegangen. Das breit gefächerte Beschäftigungsangebot regt die Menschen an und wirkt belebend. Als grosse Hürde nennt Brigitta Karrer den Entscheid der Angehörigen, die Betroffenen in die Tagesbetreuung zu geben. Hier werden unterschiedliche, niederschwellige Gesprächs- und Coaching-Angebote zur Verfügung gestellt, um vorhandene Bedenken und Hemmschwellen zu überwinden.

Das altehrwürdige, über 340 Jahre alte Haus, steht unter Denkmalschutz und gehört der Stadt Luzern. Es verfügt über verschiedene Räumlichkeiten und einen grosszügigen Garten, in welchen die Klienten sich aufhalten und beschäftigen können. Die Stiftung ist mit ihrer Tagesbetreuung krankenkassen-anerkannt und arbeitet eng mit der Stadt Luzern, weiteren Netzwerken sowie Partnern, wie z.B. dem Hof Rickenbach zusammen.

Prix benevol 2022

Preisverleihung vom 30.11.2022

Zum zwölften Mal verlieh der Verein benevol Luzern dieses Jahr den Prix benevol. Eine namhafte Jury zeichnete am 30. November 2022 fünf Preisträgerinnen und Preisträger für ihr freiwilliges Engagement aus und unterstrich damit die Bedeutung der Freiwilligenarbeit im Kanton Luzern.

Frau Ursula Berset, Präsidentin des Vereins benevol Luzern begrüsste die Anwesenden und betonte, dass Freiwilligenarbeit wertvoll ist und geschätzt werden soll. Die Anwesenheit zahlreicher Vertreter aus der kantonalen und kommunalen Politik bestätige, dass die Wahrnehmung und das Bewusstsein im Kanton und den Gemeinden zunehmend wachsen. Wer sich mit Freiwilligenarbeit auseinandersetzt, erkennt schnell, dass die Wertschätzung ein zentraler Punkt ist. Im Hinblick auf den UNO-Tag der Freiwilligen vom 05.12.2022 wurde die Verleihung des 12. Prix benevol zeitnah vergeben, um dieses stille Schaffen der Freiwilligen sichtbar zu machen und öffentlich anzuerkennen.

Kantonsratspräsident Rolf Born überbrachte das Grusswort des Kantons und wies auf die Wichtigkeit der Freiwilligenarbeit und die Leistung des Vereins benevol Luzern hin. Sie sei unverzichtbar und übernehme als Netzwerk wichtige gesellschaftliche Aufgaben und soziale Verantwortung. Mit einer gekonnten Adaptierung der Bauernregel zum Andreastag (30.11.), «Andreasschnee – tut Korn und Weizen weh» in «Prix benevol – tut dem Herzen und der Seele wohl» rief er die Anwesenden dazu auf, freiwilliges Engagement anzuerkennen und entsprechend auszuzeichnen. Luzern heisst Lebensqualität, was sich nicht nur auf die Wohnlage bezieht, sondern auch die hohe Sicherheit und eine solidarische Gesellschaft beinhaltet. Diese werde aktiv gelebt und man müsse ihr Sorge tragen. Vor allem die neue Generation, die jungen Freiwilligen wollen mitbestimmen und etwas bewegen können, was die diesjährigen Preisträger perfekt abbilden.

Es sind dies das OK Ferienpass Ettiswil, der HEV-Verein Entlastungsangebote Vogelsang Ruswil, das Forum für Ethik und Ökologie Emmenbrücke, das Projekt «Garten der Kulturen» des Vereins Migration – Kriens integriert sowie die Integrationsgruppe Rothenburg mit Irma Heggli.

Als Laudator für das OK Ferienpass Ettiswil führte Rolf Born durch das vielfältige Angebot des Ferienpasses Ettiswil, welches das 9-köpfige OK alle zwei organisiert und realisiert. Rund 200 Kinder nutzen die über 80 Kurse und Angebote, inkl. Mittagstisch. Ettiswil verfällt in dieser Woche regelrecht dem «Ferienpassfieber». Dem OK gelingt es, diese Woche so professionell und originell zu organisieren, dass viele gar nicht merken, dass es eigentlich Freiwilligenarbeit ist. Zahlreiche Rückmeldungen von Eltern auf den Sozialen Medien und Fotos von strahlenden, zufriedenen Kindern auf der Homepage des Ferienpasses bestätigen den Erfolg dieses bereichernden Engagements.

Sibylle Boos-Braun, Präsidentin VLG würdigte das Schaffen des HEV-Vereins Entlastungsangebote Vogelsang in Ruswil, welcher seit über 10 Jahren im Sommer Entlastungswochen für Familien mit Kindern und Jugendlichen mit einer Behinderung/Mehrfachbehinderung, welche zuhause betreut werden anbietet. Die unzähligen Helfer und Helferinnen, leisten ihren Einsatz während ihrer eigenen Ferien. Die Eltern schätzen die grosse Entlastung, wenn ihre Kinder glücklich nachhause kommen und bezeichnen die Helfer und Helferinnen nicht selten als «Helden».

Mit dem Inhalt «Dänk e mol – das Klima sind wir» das Projekt des Forums für Ethik und Ökologie in Emmenbrücke setzte sich Ruedi Fahrni, Vorsitzender Geschäftsleitung Pro Senectute Luzern auseinander. Er würdigte das unermüdliche Engagement mit unterschiedlichen Aktionen des Forums für seine Beharrlichkeit, Genügsamkeit und Treue zu sich selber. Als oberstes Ziel verfolgen sie eine Umweltstabilität in einem global verträglichen Lebensstil, ohne Verbote und Gesetze. Mit der Vision von Leonardo Boff «… Ein neues, von Liebe und Respekt getragenes Menschenbild und eine Ökologie der Nachhaltigkeit, im Kleinen wie im Grossen» rief er dazu auf, dem Motto «Dänk e mol – das Klima sind wir» zu folgen.

Lilian Bachmann, Synodalratspräsidentin reformierte Kirche Kanton Luzern, beschrieb schon fast bildlich das im Rahmen einer Projektarbeit der Jugendanimation Kriens im 2020 initiierte Projekt der Hochbeete im Innenhof des Kulturquadrats. Daraus entwickelte sich ein Teilprojekt im Rahmen von Urban Gardening zusammen mit dem Begegnungstreff, welcher durch den Verein Migration – Kriens integriert organisiert wird. Dank der beeindruckenden Zusammenarbeit von unzähligen Freiwilligen, Geflüchteten und Einheimischen bestehen heute 22 Hochbeete, die den Innenhof zu einer Piazza verwandeln. Dieses Projekt stehe für Gemeinschaft, gelebte Solidarität, Frieden und Nachhaltigkeit. Der Samen wurde von der Jugend gesät, vom Verein übernommen und habe heute mit seiner Nutzung eine langfristige Perspektive erhalten.

Franz Zemp, Leiter Pastoralraum Oberer Sempachersee hielt seine erste Laudatio für die Integrationsgruppe Rothenburg. Das Wort «Laudatio» stehe für Würdigung. Es bedeute auch, Menschen mit ihrem Namen anzusprechen und damit aktiv sein Vis-à-vis zu würdigen. Die Integrationsgruppe Rothenburg bringt seit vielen Jahren mit ihren wertvollen Projekten sozusagen die ganze Welt nach Rothenburg. Das Zusammenleben ohne Grenzen sei heute entscheidend, damit das Bedürfnis nach einem Zuhause anerkannt wird und somit auch Menschen verbindet. Mit einem Gedicht von Hilde Domin «… Es gibt dich, weil Augen dich wollen, dich ansehen und sagen, dass es dich gibt.» und dem unumgänglichen «Amen» bedankte er sich bei Irma Heggli als treibende Kraft, dafür, dass sie gemeinsam mit ihrer Gruppe die Gesellschaft von Rothenburg spürbar bereichert.

Mit viel Einfühlungsvermögen und bewegenden, klassischen Musikstücken verliehen Maral Yerbol, Maryia Bazhkova und Gleb Sidaruk, Studierende der Hochschule Luzern der Verleihung einen würdigen Rahmen.  

Diese Vereine, Aktivitäten und Projekte zeichnen sich allesamt durch ihren freiwilligen, unentgeltlichen Einsatz in den Bereichen Soziales, Gesundheit, Natur und Kultur aus. Ihre Leistungen und Einsätze verdienen die öffentliche Anerkennung. Mit grosser Freude nahmen die Vereine den mit CHF 500,-- dotierten Preis als Zeichen der Wertschätzung entgegen.  

Medienmitteilung vom 01.12.2022

Berichterstattung Luzerner Zeitung 02.12.2022

Berichterstattung Stadt Kriens 01.12.2022

Berichterstattung Willisauer Bote 06.12.2022

Berichterstattung Sempacherwoche 09.12.2022

Fachtagung vom 27.10.2022

Fachtagung zum Thema "Freiwilligenarbeit im Kontext der Gesundheitsförderung"

Wie definiert sich Gesundheit? Macht Freiwilligenarbeit gesund? Welche kontextuellen Faktoren haben Auswirkungen auf unsere Gesundheit? Und was ist mit Burnout und Stress?

Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigte sich das Referat von Prof. em. Dr. Theo Wehner, ETH Zürich. So wurden die Verbürokratisierung, eine fehlende Anerkennungskultur oder auch die Abwertung des Laienwissens als mögliche Ursachen genannt, für die Schwierigkeiten in der Gewinnung neuer Freiwilliger.

Erhebungen ergaben, dass Freiwilligenarbeit - in gutem Mass ausgeübt - Konflikte zwischen dem Berufsleben und dem Alltag reduziert (work-to-life-conflicts). Freiwillige generieren in ihrem Engagement eher Sinn, als Personen, die ausschliesslich erwerbstätig sind. Die Sinnhaftigkeit spielt dabei eine zentrale Rolle. 

Mit vielen weiteren Erkenntnissen aus dem Bereich Arbeits- und Organisationspsychologie führte Prof. em. Dr. Theo Wehner die Anwesenden durch dieses spannende Thema.

Nach einer grosszügigen Zwischenverpflegung startete der zweite Teil mit Best Practice Beispielen aus dem Gesundheitsbereich:

- Café Med - ein Angebot der Akademie Menschenmedizin / Dres. med. Ursula und Frank Achermann-Bieri

- Freiwilligenarbeit im SPZ Nottwil / Tuija Bühlmann-von Arx, Verantwortliche Freiwilligenarbeit

- Freiwillig ins Gefängnis gehen / Manuela Gygax, Co-Leiterin Fachstelle Freie Mitarbeit Kanton Bern

Anhand dieser Beispiele erhielten die Anwesenden vielseitige und durchaus beeindruckende Einblicke aus der Praxis, was sehr geschätzt wurde. 

 

 

benevol Lunch vom 17.05.2022

Zu Gast im Ronald McDonald Elternhaus in Luzern

Der erste benevol Lunch im 2022 führte die interessierten Mitglieder von benevol Luzern ins Ronald McDonald Elternhaus Luzern. Herzlich willkommen geheissen durch Frau Margrit Bucher, Hausleitung und Geschäftsführung, wurde den Teilnehmern die Geschichte und die Organisation des Elternhauses vorgestellt.

Die Ronald McDonald Kinderstiftung Schweiz engagiert sich seit 1992 für schwer kranke Kinder und ihre Familien. Kranke Kinder brauchen ihre Familien. Als «Zuhause auf Zeit» versteht sich das Elternhaus, welches in Luzern seine Türen im Dezember 2013 öffnete. Es verfügt über eine Küche, ein gemütliches Wohn- und Esszimmer, einen Spiel- und Aufenthaltsraum, einen grosszügigen, wunderschönen Garten und 6 Gästezimmer mit eigenem Bad. Das Kinderspital des Luzerner Kantonsspitals befindet sich in unmittelbarer Nähe. Für eine Übernachtung in einem Zimmer zahlen die Eltern einen symbolischen Unkostenbeitrag von 20 Franken.

Das Elternhaus finanziert sich zu 100% aus Fundraising und Spenden. Speziell zu erwähnen ist hier, dass auch Zimmerpatenschaften übernommen werden können, regelmässig Handwerker von Unternehmen zur freien Verfügung gestellt und verschiedene Verpflegungsgutscheine gespendet werden.

Bis 2018 wurden sechs bis sieben Freiwillige, eher jüngere Personen, die berufstätig sind, für organisatorische und administrative Arbeiten eingesetzt. Die Motivationen reichen von «etwas zurückgeben», über den Ausgleich zum Bürojob, bis zu einer «sinnstiftenden Tätigkeit» ist alles mit dabei. Weitere Einsatzbereiche für Freiwillige sind im Garten, bei der Zubereitung des Frühstücks oder eines Abendessens, für Standaktionen oder in der Hauswirtschaft. Dabei wird Wert darauf gelegt, dass sie nicht für Reinigungsarbeiten eingesetzt werden. Die zwei Jahre Pandemie mit den sehr restriktiven Auflagen durch die Stiftung, haben zu einem massiven Belegungs-Rückgang geführt.

Die Auslastung des Elternhauses war von Beginn an bei ca. 75%, was 120 bis 150 Familien pro Jahr, mit einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von 13 Tagen ausmacht. Ein Grossteil der Familien, waren bis 2018 Eltern von Frühgeborenen aus dem Tessin. Neu werden die Neugeborenen jedoch im Unispital Basel behandelt, sodass die Eltern auch direkt das Angebot in Basel nutzen. Aktuell wird gemeinsam mit dem Spital Luzern die mögliche Neuausrichtung angegangen.

In der Schweiz gibt es nebst dem Elternhaus Luzern 5 weitere in Genf, Bern, St. Gallen und Basel. Weltweit auf allen Kontinenten verteilt sind es gesamt 366 Häuser dieser Art. 

Mitgliederversammlung 05.05.2022

Benevol Luzern hat an der Mitgliederversammlung vom 5. Mai 2022 den Vorstand ergänzt und eine neue Präsidentin gewählt. Als Fachstelle für Freiwilligenarbeit sorgt benevol Luzern für Sichtbarkeit und Wertschätzung von Freiwilligenarbeit, vermittelt Einsätze und ist Anlaufstelle für Fragen und Anliegen von Organisationen und Freiwilligen.

Barbara Gysi-Sidler, Vize-Präsidentin von benevol Luzern, der Fachstelle für Freiwilligenarbeit, blickte an der Mitgliederversammlung vom 5. Mai 2022 auf ein bewegtes Jahr zurück. Corona-bedingt war die Vereinstätigkeit eingeschränkt. Hinzu kamen Abgänge im Vorstand und das Präsidium blieb unbesetzt. Gysi zeigte sich erleichtert, dass nun zwei neue Mitglieder für den Vorstand gewonnen werden konnten. Zum einen mit Lothar Sidler, Jurist und Geschäftsführer Spitex Kantonalverband Luzern und zum anderen mit Ursula Berset, Ökonomin und Kantonsrätin. Berset wurde an der Mitgliederversammlung zur neuen Präsidentin gewählt und löst damit Barbara Gysi-Sidler im Vorstand ab. Seit Anfang 2021 ist auch die Geschäftsstelle von benevol wieder besetzt und kann mit Ermi Krieger von Sempach auf eine kompetente Fachfrau zählen.

Angespannt bleibt weiterhin die finanzielle Situation des Vereins: Die Beiträge des Kantons laufen 2023 aus. Die Gemeinden stehen in der Verantwortung, müssen aber für eine Mitfinanzierung erst gewonnen werden. Hier will die neue Präsidentin ansetzen: «Wir arbeiten daran, die Leistungen von benevol Luzern noch besser auf die Gemeinden und Mitglied-Organisationen auszurichten.» Dass Freiwilligenarbeit für das Funktionieren unserer Gesellschaft wichtig ist, habe sich in der Corona-Zeit und bei der Aufnahme von Flüchtlingen aus der Ukraine wieder bestätigt. «Aber Freiwilligenarbeit gibt es nicht umsonst, das ist Knochenarbeit.», betont Berset. «Wir sind bereit, diese Rolle für die Gemeinden zu übernehmen: Wir sorgen für Sichtbarkeit und Wertschätzung der Freiwilligenarbeit, vermitteln Freiwilligen-Einsätze und sind eine Wissens- und Vernetzungsplattform.».  

Verleihung Prix benevol 2021

Zum elften Mal verlieh der Verein benevol Luzern dieses Jahr den Prix benevol. Eine namhafte Jury zeichnete am 26. November 2021 fünf Preisträgerinnen und Preisträger für ihr freiwilliges Engagement aus und unterstrich damit die Bedeutung der Freiwilligenarbeit im Kanton Luzern.

Frau Barbara Gysi, Präsidentin des Vereins benevol begrüsste die Anwesenden und zeigte auf, wie Freiwilligenarbeit vernetzt und verbindet. Sie mache aber auch zufrieden und gibt uns das Gefühl etwas Gutes zu tun. Im Hinblick auf den UNO-Tag der Freiwilligen vom 05.12.2021 wurde die Verleihung des 11. Prix benevol zeitnah vergeben, um dieses stille Schaffen der Freiwilligen sichtbar zu machen und öffentlich anzuerkennen.

Regierungsrat Guido Graf überbrachte das Grusswort des Kantons und wies auf die Wichtigkeit der Freiwilligenarbeit und die Leistung des Vereins benevol Luzern hin. Sie sei unverzichtbar und übernehme als Netzwerk wichtige gesellschaftliche Aufgaben und soziale Verantwortung. Als «soziales Schmieröl» bilde sie die Grundlage unserer Gesellschaft. Die neuen Freiwilligen wollen teilhaben und etwas bewegen können, was die diesjährigen Preisträger perfekt abbilden.

Es sind dies das Hospiz Zentralschweiz, das Projekt essen + mehr des SRK Luzern, das amm Café Med – eine Aktivität der Akademie Menschenmedizin, der Verein Luzerner Wanderwege sowie das Kulturwerk 118 in Sursee.

Als Laudator für das Hospiz Zentralschweiz nahm Guido Graf die Anwesenden mit auf eine geistige Reise und zeigte auf, wie das Leben an diesem besonderen Ort durch den aussergewöhnlichen Einsatz aller bejaht wird. Die engagierten Freiwilligen wurden treffend als die ersten glitzernden Sonnenstrahlen bezeichnet, die durch die grossen Fensterfronten im Hospiz begrüsst werden.

Kantonsratspräsident Rolf Bossart würdigte das Schaffen des Vereins Luzerner Wanderwege, die ein Wanderwegnetz von über 2750 km kontrolliert und unterhält. Dies entspräche der Distanz von Luzern nach Kairo! Sicher unterwegs zu sein, nicht vom Weg abzukommen und den Kopf in der Natur freizubekommen sei ein grosses Gut. Mit dem Zitat «Wandern ist die vollkommenste Art der Fortbewegung, wenn man das wahre Leben entdecken will» schloss Rolf Bossart seine Laudatio ab.

Nationalrat Leo Müller stellte beeindruckt die Arbeit des Kulturwerks 118 vor. Dieses entstand vor über 20 Jahren mit dem Grundgedanken, einen Kulturraum für junge Erwachsene zu schaffen. Mit seinen Vereinsmitgliedern werden bis zu 70 Veranstaltungen pro Jahr gestemmt. Heute ist er eine im Grossraum Sursee etablierte Plattform für junge Personen, welche in der Veranstaltungsbranche Luft schnuppern oder erste Erfahrungen sammeln möchten.

Das amm Café Med ist ein kostenloses Angebot der Akademie Menschenmedizin. 8 bis 10 Ärzte-Innen je verschiedener Fachrichtung unterstützen in einem persönlichen Gespräch mit ihrem Fachwissen, sodass die Fragenden selbstbestimmt, eigenverantwortlich und kompetent beraten ihre Entscheidungen treffen können. Nationalrätin Prisca Birrer-Heimo würdigte dieses wertvolle Engagement und bewegte mit dem Zitat von Aldous Huxley «Die Medizin ist so weit fortgeschritten, dass niemand mehr gesund ist.» die Anwesenden innezuhalten und darüber nachzudenken.

Mit grossem Vergnügen übernahm Urs Dickerhof, ehemaliger Kantonsrat die Laudatio für die Aktion essen + mehr des SRK Luzern. Mit dieser ist das SRK sehr nahe bei armutsbetroffenen Personen im Kanton Luzern. Rund 17 Freiwillige verpacken in durchschnittlich 75 Stunden ca. 1300 kg Lebensmittel/Hygieneartikel bzw. sind an der Verteil- oder Ausfahraktion beteiligt. Er dankte den Initianten, dass sie analog des Zitats von Winston Churchill «Man löst keine Probleme, indem man sie auf Eis legt.», nicht darauf gewartet haben, bis das Eis schmilzt.

Mit einem Schuss Humor und Selbstironie verliehen die Epiladies mit ihren pointierten Gesangseinlagen der Verleihung einen lockeren und dennoch würdigen Rahmen. Spontan und als Zeichen der Wertschätzung verzichteten die Epiladies auf ihre Gage.

Diese Vereine, Aktivitäten und Projekte zeichnen sich allesamt durch ihren freiwilligen, unentgeltlichen Einsatz in den Bereichen Soziales, Gesundheit, Natur und Kultur aus. Ihre Leistungen und Einsätze verdienen die öffentliche Anerkennung. Mit grosser Freude nahmen die Vereine den mit CHF 500,-- dotierten Preis als Zeichen der Wertschätzung entgegen.

Somit folgen auf die letztjährigen Preisträger dem Verein Turmuhren im Zytturm Luzern, dem Verein Freunde des Hirschparks, dem Gemeinnützigen Frauenverein Hochdorf, wie auch dem Repair Café Luzern wieder beachtenswerte Projekte und Aktivitäten.

Berichterstattung Luzerner Zeitung vom 30.11.2021 

Berichterstattung Surseerwoche / Sempacherwoche vom 02.12.2021  

benevol Lunch vom 04.11.2021 im Hospiz Zentralschweiz

Nach langem, durch Corona bedingtem Verzicht, nahmen 14 interessierte Mitglieder von benevol Luzern am ersten benevol Lunch des Jahres teil. Herzlich willkommen geheissen durch Frau Dr. med. Sibylle Jean-Petit-Matile, Ärztin im Hospiz und Geschäftsleiterin der Stiftung Hospiz Zentralschweiz, führte sie die Teilnehmenden mit viel Engagement und feinfühligen Worten durch die Geschichte und das Haus Hospiz Zentralschweiz.

Das ehemalige Doktor-Haus wurde von Josef Gasser nach Vorbild der Architektur von Frank Lloyd Wright erbaut und hat nach Umbau und Anbau den ursprünglichen Charme behalten. Die Räume strahlen eine Offenheit und trotzdem eine Geborgenheit aus, die den gewollten Eindruck von «fast wie zuhause» unterstreichen. Der Spatenstich zur Renovation erfolgte im September 2018 und am 6. Januar 2020 konnten die ersten Patienten aufgenommen werden. 

Das Angebot der spezialisierten Palliativen Betreuung und Beratung steht allen Personen der Kantone Luzern, Ob- und Nidwalden, Uri, Zug und inneren Teile Schwyz zur Verfügung. Das Hospiz hat im Standortkanton Luzern seit 2017 den Pflegeheimstatus. 12 Zimmer stehen zur Verfügung, die immer häufiger benutzt werden. So wurden im Jahre 2020 80 und in diesem Jahr bereits 120 Menschen betreut.

In der Schweiz gibt es nebst dem Hospiz Zentralschweiz 3 weitere autonome Hospize, die zusammen mit hospizähnlichen Strukturen der Langzeitpflege und Hospizen in der Projektphase im «Dachverband Hospize Schweiz» vereint sind und jetzt laufend mit dem «Gütesiegel Hospize Schweiz» zertifiziert werden sollen.

Dem ausgebildeten Personal helfen rund 50 Freiwillige vor allem in der Ausführung von «Alltagsarbeiten». Die Freiwilligen werden durch Karin Klemm, Seelsorge, und Marie-Theres Habermacher, spiritual care, betreut. Nach einem ersten Gespräch, 2 Schnuppereinsätzen und 3 Einsätzen wird nach einem Standortgespräch eine Einsatzvereinbarung unterzeichnet. Die Freiwilligen arbeiten in der Regel 2mal monatlich. Die meisten haben einen Kurs von Caritas oder SRK besucht. Neu bietet das Hospiz ab Frühling 2022 einen eigenen Zertifikats-Kurs an. Die Freiwilligen werden täglich in 5 «Arbeitsschichten» eingeteilt.

Unter den sehr engagierten Freiwilligen finden sich RentnerInnen, aber auch Personen, die noch im Berufsleben stehen.

Die Pflegeleistungen des Hospizes werden wie in jedem Pflegeheim über die Krankenkassen und die Wohngemeinden finanziert. Der personelle Mehraufwand des Hospizes sowie alle in der spezialisierten Palliative Care geforderten Leistungen müssen mit Spendengeldern finanziert werden. Die öffentliche Hand beteiligt sich bis anhin nicht daran. Auch hier ist der Dachverband Hospize Schweiz politisch sehr aktiv, damit die Finanzierung anders geregelt werden kann.